Auf die Werkbank, fertig, los!
Sägen, hobeln und hämmern: Bei der Holzolympiade von proHolz Tirol am 25. Juni drehte sich alles um den Werkstoff Holz. Rund 350 Tiroler SchülerInnen entdeckten den Rohstoff mit allen Sinnen und bekamen spannende Einblicke in die Berufsmöglichkeiten der Branche.
Konzentriert schiebt Matteo, Schüler am Innsbrucker Bundesrealgymnasium in der Au, den Hobel über das eingespannte Brett. Seine MitschülerInnen beobachten, ob es ihm gelingt, einen möglichst langen, durchgehenden Holzspan herzustellen. Eine dünne Holzschicht löst und rollt sich zu einer Locke auf. „Das Schwierige ist, dass man das mit gleichmäßigem Druck schafft“, sagt der 13-Jährige.
Für seine KlassenkameradInnen und ihn geht es um einiges. Bei der 11. Holzolympiade an der Absamer Fachberufsschule für Holztechnik wollen sich rund 350 SchülerInnen spielerisch gegeneinander behaupten und den Klassensieg für sich entscheiden.

Organisiert wird die Holzolympiade vom Verein proHolz Tirol gemeinsam mit der Fachberufsschule für Holztechnik. proHolz verstehe sich als „Sprachrohr für die Holzbranche“, erklärt Eva Moser, Projekt- und Bildungsmanagerin von proHolz Tirol. Der Verein setzt sich für die Stärkung des Bau- und Werkstoffs Holz ein und organisiert beispielsweise Veranstaltungen, Exkursionen oder auch Beratungen für unterschiedliche Zielgruppen. „Unsere Hauptaufgabe ist es, den Einsatz von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu fördern und die gesamte Wertschöpfungskette – vom Wald bis zum fertigen Bauwerk – zu vernetzen und zu stärken.“
Bewusstsein für Wertschöpfung schaffen
Das Bewusstsein für die Wertschöpfungskette soll auch den Jugendlichen vermittelt werden. „In den 19 Stationen wird der Weg des Baumstamms bis zur Endverarbeitung abgebildet“, sagt Moser. „Wir haben Stationen, die sich mit dem Forst, der Sägeindustrie bis zum Handwerk von Tischlern und Zimmerern beschäftigen.“ Betreut werden die Stationen von Lehrlingen und Lehrern der Fachberufsschule.

„Ich glaube, dass es wichtig ist, dass junge Menschen sehen, wie vielfältig die Berufe sind." Ein positiver Aspekt der Berufe der Holzbranche: „Dass man am Abend sieht, was man gemacht hat.“
Christian Margreiter, Direktor der Fachberufsschule für Holztechnik
„Ich finde die Philosophie von unbound richtig gut: Der faire Anbau und dass Menschen für ihre Arbeit nicht ausgebeutet werden. Ich probiere viel Kaffee durch, letztlich komme ich immer wieder auf unbound zurück.“
Teilnehmer Marco

Holz mit allen Sinnen erleben
Im Mittelpunkt steht dabei das praktische Erleben. „Uns geht es darum, dass sie das Material den ganzen Tag spüren, erleben und in den Händen haben“, erklärt Moser. Dadurch soll das Interesse gefördert werden: „Es wäre das schönste Ziel, wenn wir durch die Olympiade die Jugendlichen auf den Geschmack bringen, einen Beruf aus der Holzbranche zu ergreifen.“

„Die Holzolympiade ist mittlerweile
eine Traditionsveranstaltung.
Facharbeiterinnen und Facharbeiter
in diese Berufe zu bringen, ist wichtig,
damit das produzierende Gewerbe in
Tirol genug Nachwuchs hat."
Josef Geisler, Landeshauptmann-Stellvertreter
Vorbei geht es an einer Station, an der die Jugendlichen heimische Baumarten kennenlernen.

Wenige Schritte weiter sägen die SchülerInnen mit einer Wiegesäge Scheiben eines Baumstamms ab.
Sie erfahren, dass mit CNC-Maschinen Möbelteile auf Zehntelmillimeter genau gefertigt werden können.
Oder auch, dass Holz in Form von Zellulosepulver in alltäglichen Produkten wie Joghurt steckt.

Einer, der seine Zukunft in der Holzbranche sieht
„Ich arbeite gerne mit Holz
und bin gerne in der Natur.
Mein Beruf ist sehr
abwechslungsreich."
Adrian Wolf, Zimmerer-Lehrling
Auch an der nächsten Station ist Teamarbeit gefragt. Die Stoppuhr läuft, Hannah von der Mittelschule Absam schnappt sich einen Holzbalken. Gemeinsam mit den KlassenkameradInnen baut sie so schnell wie möglich die Holzverstrebungen des Fachwerks zusammen.
Nach vier Minuten und 14 Sekunden ist die Aufgabe geschafft. „Das Schwierige an der Station war, dass wir schnell sein und gut zusammenarbeiten mussten“, erzählt Hannah. Gerade das macht ihr aber Spaß: „Mir gefällt es, viel mit Holz zu tun.“ Die Holzolympiade findet sie jedenfalls „cool“ – und für einen Schulausflug genau das Richtige.

Letzten Endes hat sich das Engagement der SchülerInnen – besonders jenes von Hannah und ihren KlassenkameradInnen – an diesem Tag gelohnt. Die 3b-Klasse der Mittelschule Absam holt sich „Olympia-Gold“. Wofür das Preisgeld in Höhe von 600 Euro verwendet wird, steht schon fest: „Für die Wien-Woche nächstes Jahr“, erklärt Hannah stolz. Dann zieht die Jugendliche ein kleines Holzherz aus der Hosentasche. „Eine Erinnerung“, sagt sie – an einen gelungenen Tag.
Das sind die Sieger der Holzolympiade

„Die Olympiade war abwechslungsreich. Es ist lässig, was man aus Holz machen kann und wo es überall drinnen ist.“
Katharina von der MS Absam

„Es war sehr cool. Das Arbeiten mit Holz hat mir gefallen. Ich könnte mir vorstellen, Tischler oder Zimmerer zu werden.“
Fabian von der MS Absam

„Mir hat es gut gefallen.
Ich könnte mir vorstellen,
in der Zimmerei zu
arbeiten."
Fatimah von der MS Hötting

„Das Thema Holz war gut erklärt, mir hat die Holzolympiade sehr gut gefallen.“
Leo von der MS Rum
Wie hat den Jugendlichen die Holzolympiade gefallen?
Mehr zum Verein proHolz Tirol finden Sie auf: proholz-tirol.at
