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Inhalt des Werbetreibenden

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„Unser Produkt ist die Artenvielfalt“

Am Naturschutzhof Artenreich in Going herrscht das blühende Leben. Für das Engagement um die Biodiversität gab es den „MutMacher“-Preis der TT.

„Es kann ja nicht sein, dass da gar nichts mehr wächst.“ Das dachte sich Maria Schmidt, als sie vor 11 Jahren mit ihrem Mann den alten Hof ihres Uropas übernahm. Das knapp 2 Hektar große Grundstück war zuvor lange Zeit verpachtet gewesen und landwirtschaftlich intensiv genutzt worden.

Außer Löwenzahn und Hahnenfuß konnte im stickstoffreichen Boden nichts gedeihen. „Das hat mir einfach nicht gefallen. Ich wollte eine Blumenwiese wie früher, als wir am Muttertag einen Strauß gepflückt haben.“

Purple thistle and yellow wildflowers blooming in a green meadow.

Der Startschuss für den Naturschutzhof erfolgte mit dem Anlegen einer Versuchsfläche. „Wir haben zusammen mit der Tiroler Umweltanwaltschaft unterschiedliche Methoden probiert, um zu einer artenreichen, kräuterreichen und blütenreichen Wiese zurückzukommen.“

„Auf der Blühfläche haben wir das Düngen zur Gänze eingestellt.“ Die Blühwiesen werden nur zwei Mal im Jahr gemäht.

„Kaum sind die Blumen gewachsen, ist es auf einmal richtig rund gegangen. Plötzlich war eine Vielzahl verschiedenster Tiere da, die es vorher hier nicht gab. Das hat unser Interesse auch an der Vielfalt der Wildtiere geweckt.“

Smiling woman in red, behind a wooden fence, with a traditional house and forest behind her.
„Wenn man im Garten eine Wieseninsel stehen lässt, sieht man bald, welche Pflanzenvielfalt sich eigentlich im Boden versteckt. Man muss sie nur wachsen lassen.“

Maria Schmidt

Mähen kann 80% des Insektenbestands einer Wiese töten. „Vorher summt und zirpt es überall – und auf einmal ist es mucksmäuschenstill.“ Insektenschonendes Mähen verschont die meisten Tiere. „Pufferzonen am Rand sind dabei ein Schlüssel.“

Durch den Verlust von Lebensraum ist in den letzten Jahrzehnten ein Großteil der Insekten verschwunden. Auf den Artenreich-Wiesen sind alleine 17 Tagfalterarten heimisch. 3 davon sind auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten.

From farm to beer

Vielfalt der Lebensräume

From farm to beer

Jede Ecke am Naturschutzhof Artenreich ist ein eigenes Naturschutzprojekt. Die Trockensteinmauer mit ihrem breiten Temperaturbereich von 10 bis 70°C bietet vielen Tierarten einen idealen Unterschlupf.

Schon zwei Wochen nach dem Anlegen des Teichs quakten die Frösche. Enten nutzen das Gewässer zur Aufzucht ihrer Jungen. „Die Natur ist für mich einfach ein großes Wunder.“

Wunderschöne Libellen wie der Plattbauch oder die Blauflügel-Prachtlibelle bevölkern das Biotop und den Bachlauf.

Ein Sandarium ist leicht anzulegen. „Viele Wildbienen und andere Insekten bevorzugen offene Böden.“

„Nichts ist so lebendig wie totes Holz.“ Eine Benjes- oder Totholzhecke beheimatet Igel, Kröten, Käfer und Echsen. „Schnittgut schafft wertvollen Lebensraum, der nichts kostet.“

Die Streuobstwiese wird von den Schafen beweidet. „Die natürliche Düngung bringt wieder andere Lebensräume und andere Blühpflanzen hervor.“

Vogelparadies: Die Wildhecke hat Neuntöter angezogen. Auch Goldammern und die inzwischen selten gewordenen Braunkehlchen sind am Naturschutzhof zu beobachten.

Der Naturschutzhof ist auch ein Lebenshof für „aussortierte“ Hoftiere. Dazu gehören Hühner in der Legepause, die sonst geschlachtet werden würden. Manche sind bei der Ankunft noch zerrupft. „Das kommt durch die Hackordnung, wenn zuviele Hühner zusammenleben.“ Hühner kommen nur mit ca. 23 anderen Individuen klar – sonst gibt es Stress. „Es gibt zum Glück schon Landwirte, die Hühner in kleinen Gruppen halten.“

Brown chicken walking on dirt near branches and a coop.

Auch die Schafe hätten sonst keine Chance mehr bekommen. Es gibt hier nur so viele, wie die Streuobstwiese verträgt. Es ist ein ausgeklügelter Kreislauf des Lebens und des Gleichgewichts.

Der Widder „Lauser“ hält die Damenwelt auf Trab.

Rund ums Gemüse

Gemüse kaufen muss Maria Schmidt nicht mehr. Im Garten wachsen Süßkartoffeln, Melanzani, Brokkoli, Käferbohnen.

From farm to beer

From farm to beer

"Supermarkt-Gemüse ist auf Lager- und Transportfähigkeit gezüchtet. Darunter leidet der Geschmack.“

From farm to beer

Bei Lehrgängen und Workshops wird gemeinsam mit Natur-im-Garten Wissen zum Thema Gemüseanbau vermittelt, rund um das Gartenjahr: vom Ansäen bis zum Einkochen und Fermentieren.

Der Naturschutzhof Artenreich produziert im eigentlichen Sinne nichts. „Unser Produkt ist die Artenvielfalt.“ Umweltbildung für verschiedene Zielgruppen – von Vereinen über Schüler bis hin zu Touristen – ist ein wichtiges Standbein, das zusammen mit der Gäste-Vermietung des alten Hofhauses das Projekt finanziell tragen kann.

© Dietmar Reiter

Damit die Gäste von Artenreich etwas mit nach Hause nehmen können, ist für die Zukunft ein Biodiversitäts-Hofladen geplant.

„Hier wird es Sitzstangen für Vögel, Nisthilfen für Wildbienen und auch Samen von unseren Blühpflanzen geben.“

Der Prototyp von Marias Keramik-Nisthilfe hat sich bereits bestens bewährt.

Naturschutzhof Going Artenreich

Maria Schmidt & Harald Stoiber
Achenweg 40
6353 Going am Wilden Kaiser

https://going-artenreich.at
info@going-artenreich.at

+43 650 413 31 01

Smiling couple holding a baby in a carrier, standing in a flowery field with a house.