Da ist was los am Hof!
Rot, blau, gelb – in allen Farben schillert der Asphalt am Platz vor dem Haus der Musik gegenüber dem Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck. Bunt auch die Möbel, die Urban Blooms, die zum Verweilen und Pause machen einladen. Nun wird dort auch für Unterhaltung, Spaß und Spannung gesorgt: Von 18. September bis 18. Oktober treten hier und im Hof des Tiroler Volkskunstmuseums bei freiem Eintritt KünstlerInnen, Tanzgruppen, PerformerInnen usw. auf. Die Initiative nennt sich Coll:b am Hof, das Motto lautet: Eine kollektive Pause zwischen Blüten und Beton – gestaltet von vielen, offen für alle.
Anna steht mit ihrem Langschwert schon bereit. Am 5. Oktober tritt sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Sportunion-Verein „Kunst des historischen Fechtens in Tirol“ vor dem Haus der Musik bei Coll:b am Hof auf.
„Wir werden uns auch wie bei den großen Turnieren duellieren“, schildert sie. Zum Mitmachen gibt es 20-minütige Fechteinheiten. Sie freut sich schon darauf, ein breiteres Publikum begeistern zu können.
„Mit Coll:b am Hof wollen wir inspirieren, überraschen und Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste schaffen.“

Barbara Plattner,
Geschäftsführerin Innsbruck Tourismus
Das Projekt wurde aus der Absicht geboren, Tourismus und Kultur enger zu verknüpfen, Und es soll zeigen, wie Tourismus heute wirken kann: als Motor für frische Impulse im Alltag sowie für Lebensqualität in der Region. Hauptinitiator und Sponsor ist Innsbruck Tourismus, der „Verein zur Förderung der Hofkultur“ übernimmt die Veranstalterrolle. „Wir haben uns zusammengetan, um diesen öffentlichen Raum mit den Urban Blooms zur Bühne zu machen“, erklärt Maria Barwick, Obfrau des Vereins zur Förderung der Hofkultur, den sie mit Thomas Bonora, Kenneth Winkler und David Prieth gemeinsam gegründet hat. In kollektiver Zusammenarbeit entsteht hier also eine Bühne, auf der Initiativen, Menschen und Vereine ihre Leidenschaft sichtbar machen können – zum Teilen, Begeistern und zum Einladen, selbst mitzumachen.
Es gibt viel zu sehen
Das ist eine bunte Mischung, die zwischen dem 18. September und 18. Oktober präsentiert wird: Vom Tanz-Workshop bis zu Familienprogramm über Bewegung und Sport wie Fechten, Kickboxen oder Yoga bis hin zu Open-Mic-Abenden und DJ-Sessions – im Hof wird ausprobiert, getanzt, trainiert und gefeiert. Es ist für alle etwas dabei. „Wir laden jeden und jede ein, gleich welchen Alters, ob Einheimischer oder Tourist“, unterstreicht Barwick.

Menschen in Bewegung bringen
Insgesamt werden bis zum 18. Oktober bis zu 20 Veranstaltungen den Platz und den Kreuzgang des Tiroler Volkskunstmuseums beleben. So u.a. auch die Tanzgruppe Pulse, die aus Lena, Paula und Maja besteht. Sie werden am 11. Oktober um 15.30 Uhr Workshops zu Latin heels, Dancehall und Soca anbieten. „Es soll auch zu einem Kulturaustausch kommen. Wir wollen nicht nur die Tanzstile, sondern auch die Kultur und das Leben in deren Herkunftsländern näherbringen“, erzählen Lena und Paula.
„Der Innenhof des Tiroler Volkskunstmuseums ist eine Oase mitten in Innsbruck. Für coll:b am Hof wollen wir ihn für eine noch größere Zielgruppe öffnen.“

Karl Berger,
Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums
„Wir haben im Vorjahr viele Stimmen und Perspektiven in unsere Strategieentwicklung einbezogen. Aus Mitdenken ist nun Mitmachen und eine neue Form der Zusammenarbeit geworden. Mit der Veranstaltungsreihe Coll:b am Hof machen wir sichtbar, was in den Hinterhöfen geschieht und wie vielfältig und bunt unsere Stadt wirklich ist“, schildert Barbara Plattner, Geschäftsführerin Innsbruck Tourismus. Da ist was los, sollen nicht nur Einheimische sagen, sondern auch Gäste. „Wem ist es nicht schon auf Reisen passiert, dass er in eine Straßenveranstaltung hineingestolpert ist und erst dann wirklich erlebt hat, wie eine Stadt tickt“, meint Plattner. Genau das kann auch bei Coll:b am Hof passieren. „Nur wenn sich der Einheimische wohlfühlt, fühlen sich auch die BesucherInnen wohl.“
Der Platz zwischen Hofburg, der Nordkette, dem Haus der Musik und dem Tiroler Volkskunstmuseum wurde nicht zufällig gewählt. Er verkörpert laut Plattner die Verschmelzung von alt und neu, alpin und urban.
„Bei Coll:b am Hof ist für jede und jeden etwas dabei. Vereine präsentieren sich, es gibt Podiumsdiskussionen, aber auch Kickboxen oder Yoga.“

Maria Barwick,
Obfrau des Vereins zur Förderung der Hofkultur
Ganz besonders ist ein weiterer Ort, in unmittelbarer Nähe, der auch mit Coll:b am Hof bespielt wird: der Kreuzgang des Tiroler Volkskunstmuseums. Der Eintritt ist mit dem Sticker gratis, den es an der Kasse des Museums gibt.
Im Kreuzgang, der Ruhe und Gelassenheit verströmt, kann beispielsweise Schach gespielt ...
... oder gelesen werden ...
oder eine Pause mit einem Picknick gemacht werden.
„Das Tiroler Volkskunstmuseum versteht sich als Ort der Vielfalt und wir schätzen die Kooperation mit dem Innsbruck Tourismus sowie auch mit anderen kulturellen Akteurinnen und Akteuren sehr. Die Initiative Coll:b am Hof deckt sich daher absolut mit unserem Tun“, schildert der Leiter des Volkskunstmuseums Karl Berger. Daher ist auch das Museum einer der wichtigsten Partner von Coll:b am Hof. Mit den Veranstaltungen wird das Museum zum Raum, in dem Barrieren abgebaut werden.
Eine Oase
Ein großer Tisch voller Brettspiele steht im Kreuzgang. Deck Chairs laden zum Verweilen ein. Ein großes Schachspiel ist auf dem Rasen aufgebaut. „Eine wunderbare Oase mitten in Innsbruck, die immer noch zu wenig Leute kennen“, lädt Berger Interessierte ein. Er selbst macht auch manchmal gerne seine Pausen im Hof, ganz gemäß dem Motto: Eine kollektive Pause zwischen Blüten und Beton.
